Agil Skalieren: Insights aus dem Management 3.0 Stammtisch mit Jurgen Appelo

Der Vortrag mit einer kurzen Einführung ins Management 3.0 von Jurgen Appelo war wie erwartet kurzweilig, humorvoll und praxisrelevant. Die Aussicht aus dem Silberturm in Frankfurt war grandios. Im Skylab der DB Systel sind interessante Showcases zu bewundern, z.B. eine Oculus Rift, 3 D Modelle und Drohnen. Die schönsten Insights hat man wie immer im Gespräch am Bistrotisch und im Q&A. In diesem Beitrag geht es um das Thema agil Skalieren.

Agil Skalieren Insights aus dem Management 3.0 Stammtisch mit Jurgen Appelo

Agil Skalieren ist die Challenge

Agile Methoden wie SCRUM sind für kleine Teams entwickelt worden.  Doch wie sollen größere Unternehmen agil werden? Frameworks wie Holocracy oder SAFe sind problematisch, da sie den Branchen- und Unternehmenskontext oftmals nicht beachten.

Eine Metapher, die Jurgen Appelo eingebracht hat und die zeigt, dass agil skalieren funktioniert, sind Städte. Städte sind wie alle komplexen Organismen, dezentral organisiert. Städte bestehen aus autonomen Clustern mit Menschen, Rollen, Funktionen und Bereichen. Sie bilden damit Zellen und Zellverbünde, die ohne zentrale hierarchische Steuerung im Zusammenspiel funktionieren. Es gibt auch im menschlichen Körper keine im Gehirn keine Zellen, die anderen Zellen sagen, was sie zu tun haben.

Das gern angeführte Beispiel Buurtzorg, mit dem Geschäftsmodell von Pflege- und Betreuungsdienstleistungen in der Nachbarschaft funktioniert sehr gut skaliert, hat aber aufgrund der Dienstleistung und den geschäftsspezifischen Randbedingungen völlig andere Voraussetzungen als beispielsweise ein weltweiter Konzern für Finanzdienstleistungen oder ein Automobilkonzern.

Fazit

Agiliät in unseren Zeiten von VUCA wird zum MUSS („Hygienefaktor“). Gefühlt bewegt sich hier derzeit viel, gefühlt haben fast alle Unternehmen mit Agilität ein Thema. Es gibt hierfür leider keine einfachen Patentrezepte, auch und besonders nicht beim Management von komplexen Systemen wie Unternehmen.

Anhaften an Methoden – das ist das Gegenteil von Agilität.

Unternehmensspezische Randbedinungungen für das agile Skalieren sind demnach immer zu beachten. Frameworks könnten demnach eher ein Ausgangspunkt für das agile Skalieren sein. Agilität ist eher ein Mindset und keine Methode.

Wer agiles Handeln verstehen will, kann sich komplexe Systeme wie Städte oder biologische Organismen ansehen. Pragmatismus und Kreativität ist mehr wert als Methoden und Prozessgehorsam. Ein tolles Video zum Thema „agile is dead“ von Dave Thomas ist in diesem Kontext passend und kann Ihnen / Dir weitere Impulse geben. Dave denkt, dass agil immer ein Adjektiv ist und es so etwas wie agile Methoden gar nicht geben kann :-).

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